Pokemon Go und persönliche Sicherheit

    • Allerdings gilt auch: Wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter.

      Wenn mich jemand angreift, vielleicht sogar mit einer illegalen Waffe, wird er wohl kaum die Polizei einschalten. Und wenn ich mich erfolgreich zur Wehr setzen konnte, würde ich wohl auch daran tun, es dabei zu belassen. Es garantiert mir ja keiner, dass meine Notwehr im Nachhinein als "verhältnismäßig" ausgelegt wird. Das wäre mir persönlich zu heiß.

      Aber wenn ich nur weglaufe, habe ich ja nichts zu befürchten und kann getrost Anzeige erstatten.
    • General Zod schrieb:

      Krissto schrieb:

      Iwo meine ich gelesen zu haben, dass man Vorderlader legal mit sich herumtragen kann. ;)
      Nur ungeladen. Ist aber eine effektive Schlagwaffe, wie etliche Berichte aus den Koalitionskriegen belegen. ;)
      :D Sich eine "bayerische" einfangen! Aber alte Vorderlader durften wirklich geladen geführt werden. Hat mich immer etwas verwundert, aber bei den Konstrukteuren des Waffengesetzes wundert einem immer noch vieles. Habe aber gar nicht mitbekommen, dass es jetzt nicht mehr erlaubt ist?
      Auf jedem Fall bedarf es da eines "Pulverscheins", wenn Schwarzpulver im Spiel ist. Ansonsten ist es auch wieder "pöse".

      Aber ich glaube in diese Richtung sollten wir den Thread nicht abdriften lassen.
    • Rabulist schrieb:

      ach ja, dazu hab ich noch einen: ich hab jetzt schon öfter gelesen, dass man in soeinem Fall eher "FEUER" rufen sollte, als "HILFE", denn von ersterem fühlen sich vor allem Anwohner eher selbst bedroht und neigen weniger dazu, das zu ignorieren. Klingt jetzt irgendwie abgebrüht, halte ich persönlich aber durchaus für plausibel und realistisch.In dem Zusammenhang finde ich auch den "Taschenalarm" nochmnal extra-sinnvoll, weil man den (natürlich nur in entsprechend besieldelten Gebieten) auch schnell mit einem Feueralarm verwechseln kann.
      Ja und es klingt jetzt erstmal etwas böse. Aber bei einer lautstarken Ruhestörung (auch Einbruch-Alarmsirene) ist die Polizei eher bereit sofort raus zufahren, als bei einem gewalttätigem Konflikt mit mehr als 2-3 Beteiligten.
    • KlausI schrieb:

      Aber alte Vorderlader durften wirklich geladen geführt werden.
      Nein, nein, nein. Seit 1970er Jahren nicht mehr.

      Du darfst zwar einschüssige (!) Vorderladerwaffen, deren "Typ" vor einem Stichjahr in den 1870ern entwickelt wurde (nicht Produktionsjahr), wenn Du über 18 bist, frei käuflich erwerben. Du darfst diese aber NIEMALS in der Öffentlichkeit führen (d.h. zugriffsbereit bei Dir tragen, auch ungeladen), Du darfst sie maximal in der Öffentlichkeit transportieren (d.h. vereinfacht gesagt "in einem verschlossenen Behältnis").

      Wenn Du diese schiessen willst benötigst Du ein behördlich anerkanntes Bedürfnis (z.B. Sport), einen Sachkundenachweis und eine Sprengstofferlaubnis "nach §27" (aka Pulverschein). Aber auch mit Pulverschein etc. darf man NIEMALS auch nur dran denken, ohne Waffenschein (eine WBK reicht nicht!) diese in der Öffentlichkeit zu führen.

      Das gleiche selbe gilt übrigens auch für frei zu erwerbende Luftdruckwaffen und auch für Schreckschuss-/Gas- und Signalpistolen und Revolver.

      Das ist ein Verstoss gegen das Waffengesetz und das kann bzw. wird ganz sicher für denjenigen übel. Vollkommen unabhängig von einer eventuellen Notwehrsituation, wird der Verstoss nicht geringer! Waffengesetzverstösse führen ganz schnell zu einer echten Vorstrafe!

      Und selbst, falls Du einen kleinen Waffenschein haben solltest, d.h. Du darfst Deine Schreckschuss-Gaspistole in der Öffentlichkeit bei Dir führen: NEVER EVER - NIEMALS. Das kann ganz schnell in eine nicht mehr zu kontrollierende Eskalation führen und Dein Gegenüber hat dann vielleicht sogar etwas "Echtes" dabei und dann stehst Du mit Deinem Spielzeug ganz ganz dumm da!

      Wenn man mit Waffen drohen will (auch zur Verteidigung) muss man auch immer bereit und in der Lage sein, diese dann auch sinn- und wirkungsvoll einzusetzen. Das setzt auch voraus, dass man weiss was man macht und es auch kann. Und das sie "echt" sind.

      Man darf trotzdem nie vergessen, Notwehr oder Nothilfe ist nicht einfach, auch rechtlich nicht.

      Der beste Rat ist, sich so schnell wie möglich aus einer Gefahrensituation wegbewegen: RENNEN ist der beste Tipp!! Solange es noch geht. Ansonsten, den Stolz runterschlucken und "mitspielen". Helden sterben früher...

      Es sei denn jeder ist bewaffnet und kann damit umgehen - und das Gegenüber weiss dieses. Prinzip "kalter Krieg" und "Wilder Westen". Da, insbesondere im WW hat das ja sehr gut geklappt. BTW, Hollywood-lügt, im gesamten WW gab es (auch auf die Bevölkerungszahl gerechnet) viel weniger "böse" Waffengewalt, als in jeder größeren deutschen Stadt in einem Jahr. Die wenigen Events wurden eben nur alle zigfach von Hollywood "breitgeklopft".

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Orangetrucker ()

    • @Rabulist
      Wie der General schon schrieb, wenn man zum Schutz eine Waffe bei sich trägt muss man auch bereit sein diese einzusetzen. Da sehe ich die Gefahr zur Abwehr mehr Gewalt als nötig anzuwenden.
      Klar, Angreifer oder Ich - dann natürlich ich. Ich denke einfach, dass Menschen die Waffen mit sich führen auch in weniger gefährlichen Situation dazu neigen diese zu benutzen.
    • Overused schrieb:

      Ich denke einfach, dass Menschen die Waffen mit sich führen auch in weniger gefährlichen Situation dazu neigen diese zu benutzen.
      Ich kann jetzt nur von mir sprechen. Vor vielen Jahren wurde mir schon mal wegen einer Nichtigkeit im Münchner U-Bahn-Bereich von einem unbekannten Ausländer angedroht, ich wäre bei der nächsten Begegnung tot. Danach hatte ich lange Zeit einen Teleskopschlagstock in meiner Arbeitstasche mitgeführt, bis ich erfuhr, dass das nicht wirklich legal ist. Seitdem habe ich häufig ein heftiges Pfefferspray dabei. Beides habe ich zum Glück nie einsetzen müssen.
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      Orangetrucker schrieb:

      KlausI schrieb:

      Aber alte Vorderlader durften wirklich geladen geführt werden.
      Nein, nein, nein. Seit 1970er Jahren nicht mehr.
      Bist Du Dir da sicher? Ich bin da kein Spezialist, habe aber gerade nachgeschaut:

      WaffG § 2 Absatz 4 verweist auf Anlage 2 Abschnitt 3:
      Erlaubnisfreies Führen von Schusswaffen mit Lunten- oder Funkenzündung, deren Modell vor dem 1. Januar 1871 entwickelt worden sind.

      Also ich würde das schon so interpretieren, dass diese Waffen ohne Probleme geführt werden können. Oder wird das woanders nochmal wieder ausgehebelt?
    • Jein,

      ich wollte nicht allzutief in die historisch gewachsenen Feinheiten des WaffG eingehen, was hier auch viel zu weit gehen würde. Darüber haben Juristen dickste Kommentare geschrieben. Und ob da Richter noch immer mitspielen, ist inzwischen auch nicht mehr sicher "planbar". Ich erinnere nur an das Notwehrrecht, da steht auch immer noch (eher historisch) drin, dass Du theoretisch sogar körperliche Notwehrhandlungen gehen ehrabschneidenes Reden und Tun (Beleidigungen) einsetzen darfst. Auf das Brett sollte sich aber kein "Zivilist" begeben... sehr dünn...


      FYI, in der Anlage 2 zum WaffG werden bei Vorderladern unterschieden:

      ...

      1.7 einläufige Einzelladerwaffen mit Zündhütchenzündung (Perkussionswaffen), deren Modell vor dem 1. Januar 1871 entwickelt worden ist;

      1.8 Schusswaffen mit Lunten- oder Funkenzündung, deren Modell vor dem 1. Januar 1871 entwickelt worden ist;

      Im allgemeinen meint man hier im Prinzip in der Regel meist die "normalen" Perkussionswaffen und diese fallen eben nicht unter die Ausnahme. Waffen mit Lunten- oder Funkenzündung sind eher etwas für historische Piraten- und Samuraifilme. Und trotzdem kann kaum ein Polizist auf der Strasse das (auch rechtlich) auf den ersten paar 100 Blicken unterscheiden. Nicht einmal Staatsanwälte. Ja, stimmt, diese 1.8er (das sind Radschloss- und Steinschlosswaffen, sowie die Luntenschlösser) dürftest Du theoretisch wirklich führen [1.7er nicht!] (aber ohne eben das Schwarzpulver, dass darfst Du nur mit einer Sprengstofferlaubnis erwerben). Aber das sind eher "mittelalterliche" museumsähnliche Dinge, die Dir nicht weiterhelfen, es sei denn Du willst sie als Knüppel einsetzen.

      Also wie gesagt, auf das dünne Brett sollte man sich NICHT bewegen. Rechtlich wie auch "einsatztechnisch". Und
      (theretisch erlaubtes) Führen, mag zwar OK sein, aber vorsätzlich zu Verteidigungszwecken ist rechtlich wieder sehr problematisch.

      Das geht hier aber wie wirklich weit. Besser ist es, das Weite zu suchen und keine Schlupflöcher im Gesetz. Jeder Richter wird sowieso als erstes prüfen, ob man sich durch das (eventuell erlaube) Waffenführen mit Vorsatz in eine Notwehrsituation gebracht hat. Besonders, wenn man bewusst eine Lückenwaffen dafür führt. Nicht "legal". Auch prüft der, ob Weglaufen, als "geringste" Lösung möglich gewesen wäre...