Pokemon Go und persönliche Sicherheit

    • Rabulist schrieb:

      General Zod schrieb:

      Yeroxy schrieb:

      @General Zod nein, in Dresden.

      So ein "Tierabwehrspray" ist im Grunde nicht verkehrt. Nur wäre ich auch mit einem solchen in dieser Situation nicht stehengeblieben, in der Hoffnung, zu treffen.
      Natürlich nicht. Nur ist es sicher besser, eines bei sich zu haben, falls es keine Möglichkeit zur Flucht gibt.Im Gegensatz zu zum Beispiel einen Teleskopschlagstock hat man sowas gut begründet dabei (eben Tierabwehr) und ist somit aus dem Schneider, wenn man es zur Notwehr gegen Menschen einsetzt.
      dass du dich da mal nicht irrst. Wenn du die Notwehrsituation nicht belegen kannst, weil z.B. zwei oder drei Leute was anderes behaupten, dann sitzt du plötzlich ganz schnell selbst auf der Anklagebank. Wenns ganz blöd läuft, sogar wegen gefährlicher Körperverletzung.
      Das stimmt natürlich. Aber, wenn Du z.B. einen Schlagstock dabei hattest, könntest du sogar trotz bewiesener Notwehrsituation Ärger bekommen, insbesondere wenn dieser griffbereit dabei war.
    • ich fasse mal kurz zusammen: ein Spieler berichtete von einem versuchten bewaffneten (Messer) Überfall auf offener Straße am hellichten Tage in einer deutschen Großstadt, der nur durch eine zügige Flucht verhindert wurde, außerdem wurde kürzlich über einen in Chicago erschossenen spieler berichtet.
      Das veranlasste eine Diskussion über persönliche Sicherheit z.B. in Form von Pfefferspray oder Schlagstock.

      Meine persönliche Meinung dazu ist folgende:

      Rabulist schrieb:

      grundsätzlich kommen mir da zwei Dinge in den Sinn:

      1.: das nächste mal bitte SOFORT nachdem du in Sicherheit bist einen Notruf absetzen und Anzeige erstatten. Solange deine Erinnerung noch frisch ist kannst du eine bessere Personenbeschreibung abgeben und die Übeltäter können noch nicht so weit weg sein. Außerdem: selbst wenn du davon gekommen bist: das ganze scheint ja nix persönliches gewesen zu sein, die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass sich diese Arschgeigen einfach ein anderes Opfer suchen und dann ist die Frage, ob das dann auch so viel Glück hat.

      2.: sobald ein Messer im Spiel ist, sollte jeder die Flucht ergreifen. Selbst geübte und erfahrene Kampfsportler können sich nicht sicher sein, aus so einer Situation heil rauszukommen (wer was anderes behauptet, überschätzt sich gnadenlos). Alles andere als wegrennen kann wirklich fatale folgen haben. Eine eigene Waffe ziehen lässt die Situation oft schnell eskalieren (haben die anderen vielleicht mehr als nur ein Messer dabei?). Und dann gibt es natürlich wie @KlausI schon erwähnt hat, das rechtliche Nachspiel: die sind zu zweit und haben i.d.R. kein Problem, vor Gericht die selbe erfundene Geschichte zu erzählen, was dir als einzelnem schonmal einen Nachteil verschafft, wenn keine weiteren Zeugen anwesend sind. Wenn dann also zwei Aussagen gegen eine Aussage stehen und du auch noch einen verbotenen Gegenstand eingesetzt hast (Reizgas, Schlagring, etc...) dann hast du vor Gericht plötzlich RICHTIG schlechte Karten.
      Die beste Selbstverteidigung ist, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Seid euch immer bewusst, wo ihr wann und mit wem unterwegs seid. Behaltet eure Umgebung im Auge und versucht, gar nicht erst in die Nähe von verdächtigen Personen oder Personengruppen zu kommen.

      Mein persönliches Sicherheitskonzept ist folgendes: ich spiele eher selten nachts und wenn dann nie allein. Meistens habe ich dann meine persönliche Schutzausrüstung dabei, bestehend aus einem "unbreakable umbrella" also einem sehr stabilen Stockregenschirm der im vergleich zu einem Schlagstock legal, unauffälliger (vor allem in Norddeutschland ;) ), länger und im Ernstfall dank Metallspitze auch gefährlicher ist. Den Umgang damit habe ich jahrelang im Verein beim Modern Arnis erlernt und geübt, aber zum Glück noch nie im Ernstfall angewendet.
      Dazu besitze ich seit einiger Zeit einen hieb-, stich- und eingeschränkt kugelsicheren Rucksack mit Handschlaufen, der wie ein mittelalterlicher Schild geführt werden kann (nein, ich bin nicht paranoid, ich fand den tatsächlich einfach nur cool und hatte in dem Moment auch die Kohle dafür übrig :P



      General Zod schrieb:

      Rabulist schrieb:

      dass du dich da mal nicht irrst. Wenn du die Notwehrsituation nicht belegen kannst, weil z.B. zwei oder drei Leute was anderes behaupten, dann sitzt du plötzlich ganz schnell selbst auf der Anklagebank. Wenns ganz blöd läuft, sogar wegen gefährlicher Körperverletzung.
      Das stimmt natürlich. Aber, wenn Du z.B. einen Schlagstock dabei hattest, könntest du sogar trotz bewiesener Notwehrsituation Ärger bekommen, insbesondere wenn dieser griffbereit dabei war.
      habe auch nie was anderes behauptet. Ich wollte nur vehement der Aussage widersprechen, dass man mit Pfefferspray / Reizgas "auf der Sicheren Seite" wäre. Man ist sicherer als mit einem Schlagstock, aber bei Weitem nicht sicher.
    • Rastafin schrieb:

      Man könnte ja meinen ihr spielt alle in südamerikanschen Favelas Pogo. Hier in der urchigen Schweiz greifft doch noch eher eine Kuh an als sonstwer. :D
      ja, aber auch DAS gehört in dieses Thema. Wer eher in ländlichen Gebieten spielt und sogar nachts im Wald unterwegs ist, der muss auch an die Fauna denken. Mittlerweile haben wir in deutschen Wäldern ja schon zwei Tierarten, die dem Menschen gefährlich werden können und eine davon ist recht häufig anzutreffen.
    • Aufgrund meiner erlebten Situation habe ich mich nun beim Spielen etwas besser organisiert. Sprich: Alle Geräte (Handys, Powerbanks etc.), die nicht direkt gebraucht werden, unsichtbar und sicher in den Taschen verstauen. Ich erhoffe mir dadurch weniger Anreize für Überfälle und stelle sicher, dass beim Wegrennen nichts verloren geht. Das Ladekabel so kurz wie möglich halten, damit man nirgendwo hängen bleibt. Außerdem werde ich mal nachschauen, was der Markt an Diebstahl-Apps so zu bieten hat (Empfehlungen nehme ich gerne entgegen!). Wenn ich nur zum Spielen unterwegs bin, nur noch das Nötigste an Bargeld/Ausweis(en)/Fahrkarte dabei haben.

      Bezüglich legaler Verteidigungsmaßnahmen bin ich noch unschlüssig, ob diese im Zweifelsfall wirklich hilfreich oder eher verhängnisvoll wären. Mir gefällt das Gefühl nicht, schutzlos zu sein, aber man sollte immer den worst case bedenken, wenn sich die Abwehrmaßnahme gegen einen selbst richtet oder die Situation eskalieren lässt.
    • Schön, dass dieses Thema eröffnet wurde. Ich habe ja das Thema Schlagstock aufgebracht und später auf kritische Nachfrage per privater Konversation geantwortet, um das Off-Topic nicht ausarten zu lassen.



      In meinen Augen ist ein Schlagstock insbesondere ein Teleskopschlagstock ein wirklich gutes Mittel um Angriffe auf Leib und Leben abwehren zu können, auch wenn man nicht versiert ist in Nahkampfmethoden. Ist also relativ anfängersicher im Vergleich zu anderen Dingen.



      Leider darf man dieses Instrument seit wenigen Jahren nicht mehr führen. Mit dem Begriff „Führen“ ist das zugriffsbereite Tragen gemeint um es auch problemlos einsetzen zu können. Das wurde von der Gesetzgebung durch die Hintertür versteckt eingeführt. Nach meinem Wissen wurde dieses quasi-Verbot des Schlagstocks nie im Plenum ernsthaft diskutiert, da ging es meist um Einhandmesser oder Anscheinswaffen.



      Derartige Schlagstöcke dürfen noch immer legal erworben werden. Sie sind also keine „verbotene Waffe“ im Sinne des Waffengesetz. Allerdings ist die heutige Formulierung des Anhangs zum Waffengesetz sehr weit. Inzwischen ist fast alles „verboten“.



      In meinem Fall: Mein Schlagstock wurde aufgrund diverser Vorfälle direkt neben der Wohnungstür aufbewahrt. Ich sah das Mitnehmen im Sinne einer Putativ-Nothilfe gerechtfertigt an. Und ich muß sagen, ich bin froh darum in mitgenommen zu haben. Ansonsten hätte ich meine Zähne von der Straße zusammensuchen können.



      Und dazu muss man nicht in „südamerikanschen Favelas“ wohnen. Ich wohne in einem Städtchen mit nicht mal 30.000 Einwohnern (zusammengefasst aus vielen kleineren Gemeinden) in Baden-Württemberg. In meinem Stadtteil traut sich die Polizei abends unter 4 Mann gar nicht mehr herzufahren. Wenn Sie denn überhaupt kommen, andererseits haben sie auch gar nicht soviele Leute zur Verfügung.



      Bei diesen Umständen fallen Ratschläge, wie die Polizei anrufen und informieren ins Leere. Ohne wirklichen Verletzten oder vollendeten Mord & Totschlag sehen sie keinen Grund etwas zu unternehmen weil sie schlicht keine Kapazitäten dafür haben. An einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit hatte ich darauf auch eine andere Sichtweise. Aber es kommt halt immer immer darauf an wo man jetzt wohnt.
    • General Zod schrieb:

      gedankentaenzer schrieb:

      Tsuki schrieb:

      Welche häufige gefährliche Tierart haben wir denn in unseren Wäldern? 8|
      Wildschweine können auch sehr aggressiv sein.
      Sogar deutlich mehr als Wölfe. Soweit ich weiß, ist kein Wolfangriff auf Menschen innerhalb der letzten 50 Jahre bekannt.

      Gerade Wildschweine, die ihre Kinder in Gefahr sehen sind sehr Verteidigungsbereit (um es mal Milde auszudrücken). Als Warngeräusch kann man das sogenannte Blasen der Bachen hören. Das hört sich an wie ein lautes Pusten (in Jägerforen findest Du mit diesen Stichwörtern sicherlich etwas) und sollte Dich zu einem langsamen aber geordneten Rückzug aus dem Waldstück animieren. Selbst Jäger mit Bewaffnung scheuen eine derartige Begegnung.

      Wölfe sind eher kein Problem. In den letzten Jahren gab es aber auch mehrere Berichte auf Angriffe auf Menschen in Nachbarländern von Deutschland. Vereinzelt gibt es auch Berichte von aggressiven Füchsen. Ich denke, das hängt immer mit dem Verlust der Scheu ab. Siehe auch die sogenannten Problembären.

      In anderen Ländern soll es auch extra Pfeffersprays geben um Bären zu vertreiben. Die wird man hierzulande sicherlich nicht legal erwerben können.
    • Das mit dem Pfefferspray würde mich aber doch mal interessieren. Warum ist das so viel interessanter als das übliche CS-Gas?

      So stark unterscheiden sich doch beide in DE freiverkäuflichen Mittel sicherlich nicht. Und ja, ich habe beide mal vor einige Jahren mit ein paar Kumpels in einer Bierlaune ausgetestet.

      Nach meiner Einschätzung ist das Zeug (egal ob CS oder Pfeffer) kaum geeignet wirkliche Angriffe abzustellen. Dazu kommt noch eine recht hohe Eigengefährdung dazu. Insbesondere in geschlossenen Räumen macht die Anwendung kaum Sinn.

      Man sollte auch aufpassen beim Grenzübertritt, in anderen Ländern werden CS-Gas und Pfefferspray umgekehrt eingeschätzt.
    • Blue Shadow schrieb:

      Tsuki schrieb:

      Welche häufige gefährliche Tierart haben wir denn in unseren Wäldern? 8|
      Ich tippe mal darauf, das @Rabulist den Wolf und das Wildschwein meint!?
      exakt. Mancherorts werden die Wildschweine sogar angefüttert und haben dort jegliche Scheu vor Menschen verloren. Genau da wird es dann richtig gefährlich.
      Was den Wolf angeht, ist bis jetzt noch nichts passiert, was aber vor allem daran liegt, dass die Tiere NOCH genug Rückzugsmöglichkeiten haben. Aber allein in Niedersachsen gibt es mittlerweile ca. 20 Wolfsrudel (plus einige Paare und Einzelgänger) und so langsam wird der Platz eng. Die vermehren sich weiter und solange sie nicht ins Jagdrecht aufgenommen werden, wird da auch nichts gegen unternommen. Und wenn sie sich gegenseitig verdrängen, wird halt auch der Abstand zum Mensch immer kleiner.
      Und so wie ich die Politik kenne, wird es halt wirklich erstmal eine Tragödie geben müssen, bevor das vernünftig geregelt wird.
    • General Zod schrieb:

      Rabulist schrieb:

      dass du dich da mal nicht irrst. Wenn du die Notwehrsituation nicht belegen kannst, weil z.B. zwei oder drei Leute was anderes behaupten, dann sitzt du plötzlich ganz schnell selbst auf der Anklagebank. Wenns ganz blöd läuft, sogar wegen gefährlicher Körperverletzung.

      Genau diese Überlegung haben mein Mann und ich erst kürzlich erneut durchgespielt.
      Das Ergebnis der Debatte war: das ist dann natürlich blöd gelaufen, wenn man angeklagt wird aber zumindest lebt man noch.

      Ich persönlich versuche Gefahren zu minimieren.
      Einiges wurde hier schon genannt... aufmerksam sein und gegebenenfalls Straßenseite wechseln, nicht allein im Dunkeln, Geräte, die nicht zwingend in der Hand gehalten werden müssen, in Taschen verstauen, nicht mehr als nötig mitnehmen. Wenn ich nur zum Spielen unterwegs bin, habe ich auch nur Monatsticket bei und in der Hülle desselben einen "Notzehner".

      Ich bin in der blöden Lage, seit einem Unfall nicht mehr weglaufen zu können. Ich laufe gern und viel aber rennen ist nicht mehr. Deshalb bin ich eher übertrieben vorsichtig. Für den Ernstfall (der GSD noch nicht eingetreten ist) trage ich einen Kubotan bei mir. Allerdings habe ich bereits vor meinem Unfall mit diesen Dingen trainiert und weiss daher, wo ich jemanden treffen muss, damit der sein Messer fallen lässt oder mir nicht mehr hinterherlaufen kann. Dennoch hoffe ich inständig, das Teil nie einsetzen zu müssen. Aber wenn der Ernstfall eintritt werde ich alles dafür geben, mit dem Leben davon zu kommen und Konsequenzen, welche hinterher eintreffen können sind mir dann erst mal schnurz.

      Und für alle die glauben, soetwas passiert nicht.....erst im August ist in Spandau wieder ein junger Mann mit einem Messer angegriffen worden. Und ein Afghane wollte im Februar seine EX in der Havel ersäufen. Das ist bei mir ums Ecks passiert.
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      KlausI schrieb:

      Es gibt ja auch andere Methoden.
      Z. B. diese Alarm-Sirenen, die aktiviert werden wenn ein Splint gezogen wird. Ist meiner Frau natürlich in der vollen U-Bahn passiert.
      Oder etwa eine sehr helle Taschenlampe.
      meine Frau hat sich gerade erst ein paar von diesen Alarmsirenen besorgt. Laut Hersteller geben die 140 dB von sich. Habs zwar nicht nachgemessen, aber die Dinger sind wirklich VERDAMMT laut und auf 3m Entfernung wirklich schmerzhaft in den Ohren.
      Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass die Dinger zur Tierabwehr sogar besser geeignet sind als Pfefferspray (weil empfindlicheres Gehör und man muss damit auch nicht zielen).
      Gegen Menschen sowieso, weil da dasselbe gilt und vor allem unerwünschte Aufmerksamkeit erzeugt, was gleich mehrere Probleme beseitigt: im besten Fall schlägt das den Täter gleich in die Flucht, aber wenn damit Zeugen angelockt werden, ist das auch schon überaus nützlich.
    • Genau so ein Handtaschensirenending hab ich meiner Mutter auch gekauft. Die ist 83 und wollte sich Pfefferspray zulegen, "gibt's bei dm an der Kasse!" Zum Ausprobieren wollte sie es dann "einfach mal kurz vom Balkon sprühen, wenn unten keiner steht" :D
      Ich hab sie dann überredet doch lieber die Sirene zu nehmen, denn bevor sie das Spray in der Hand hat, hätte der Täter es ihr schon entwendet und gegen sie eingesetzt. Und das mit vom Balkon sprühen fand ich auch eine schlecht Idee, eine ganz schlechte.. :rolleyes: