Psychologisch ausgesprochen kluges Vorgehen von Niantic

Diskutiere Psychologisch ausgesprochen kluges Vorgehen von Niantic im Allgemeines zu Pokémon Go Forum im Bereich Pokémon Go Forum; Hallo zusammen, die jüngsten Änderungen von Niantic haben ja nach meiner Beobachtung alle eine ähnliche Stoßrichtung: Eine erhebliche Reduzierung...

Toppler

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Hallo zusammen,
die jüngsten Änderungen von Niantic haben ja nach meiner Beobachtung alle eine ähnliche Stoßrichtung: Eine erhebliche Reduzierung der Vorteile der High Level Spieler.
Der Idealzustand wäre vermutlich aus Sicht von Niantic erreicht, wenn es in der Folge a) einen erheblichen Zuwachs bzw. eine Reaktivierung von neuen bzw. Low Level Spielern gäbe und b) die Highlevelspieler dennoch dabei bleiben.
Nach meiner Beobachtung trifft a) definitiv zu. In einer WhatsApp-Gruppe, in der ich mitlese, hat sich die Anzahl der neuen Mitglieder innerhalb der vergangenen 4 Wochen vervierfacht. Quasi alle Neuen sind im Bereich Level 15 bis 32.
Meinen Eindruck von b) - dem Verhalten der Highlevelspieler - entnehme ich weitgehend dem Forum hier. Da wird sehr auf Niantic geschimpft (wie gerade einmal wieder nach dem beschleunigten Motivationsverlust in den Arenen) und angekündigt, nun reiche es aber wirklich und man würde ganz bestimmt demnächst aufhören, wenn dieser Quatsch so bleiben sollte. Aber genau diesen Worten folgen in der Regel keine Taten. Auch von den Unzufrieden steigt der Stand der EP immer weiter an.
Der vermutliche Grund dafür: Es ist unglaublich schwierig, eine Sache aufzugeben, in die bereits so viel Zeit und Geld geflossen ist. Es ist in vielen Fällen sicherlich nicht übertrieben, von einem ausgeprägten Suchtverhalten zu sprechen. Und dessen ist sich Niantic wohl auch bewusst, dass nämlich das Gros dieser Spieler erstmal nicht aufhören wird. Allein schon deshalb, weil die Spielregeln sich ja vielleicht wieder ändern und plötzlich ein höherer Level wieder eine höhere Bedeutung hat. Und da möchte ein Suchti nicht riskieren, (vielleicht für immer) ein Loch im Pokedex (z. B. Arktos) zu haben. Die nur temporäre Verfügbarkeit der legendären Vögel ist somit ebenfalls sehr geschickt von Niantic.
Finanziell - so mein Eindruck - läuft es derzeit aufgrund der Attraktivität der Raids auch rund für Niantic. Auch hier ist das "Anfüttern" von Niantic (ein RAID pro Tag umsonst) sehr klug.
Mein persönliches Fazit: Aufgrund der diversen technischen Probleme gibt es sicherlich im Bereich der Programmierung erheblichen Verbesserungsbedarf. In der Kunst des "Melkens" der Spieler ist Niantic hingegen bereits meisterhaft. Und das dürfte in den kommenden Monaten so anhalten, da Niantic schlauerweise noch allerlei Pokemon zurückgehalten hat.
Es mag einem gefallen oder nicht: Der Spielspaß des einzelnen ist für Niantic irrelevant. Letztlich zählt der finanzielle Erfolg für das Unternehmen. Und wenn dieser Erfolg sich mit banalen Inhalten am leichtesten erzielen lässt, wird genau das weiter passieren.
Einige Forumteilnehmer, die sehr unzufrieden sind, erinnern mich an Fernsehzuschauer, die den ganzen Tag RTL 2 anschauen und sich ständig über das fehlende Niveau des Senders aufregen. Ich frage mich, warum Ihr nicht (um beim Bild des Fernsehens zu bleiben), auf ARTE umschaltet (sprich: Ein Spiel mit einem höheren Anspruch auswählt).
 

Poktester

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@Toppler Du hast in vielem wohl recht, auch wenn die Gefahr besteht, bei einer Analyse der Highlevel Spieler von diesem Forum auf die übrige Welt zu schließen. Wer hier aktiv ist, hat noch nicht aufgegeben. Wir hier sind nur eine ganz kleine Menge der Highlevel Spieler - und viele von außerhalb dürften nicht mehr aktiv sein.
Das kann Niantic durchaus ziemlich egal sein, jedenfalls verhält sich Niantic rücksichtlos nicht nur ihnen gegenüber, sondern allgemein, was das Thema Vertrauensschutz anbelangt (Stichworte: WP Anpassungen im November, Verzicht auf Trainingspokemon und -fähigkeiten beim Arenenupdate). Klugheit oder gar Kompetenz möchte ich Niantic nicht unterstellen, sondern eher hemdsärmelige Rücksichtslosigkeit mit praktisch ja ingame vorhandenen Allmachtsphantasien. "Die Leute sind unzufrieden? Dann kriegen sie halt im zwei Meilen Radius um den Grant Park das, was sie eigentlich nur drinnen hätten bekommen sollen. Schalter umlegen, zack, zack! Ach, wo wir gerade dabei sind: 100% Catchrate für alle Legendaries dort! Zack, zack." "Das Event läuft gut, einfach verlängern!" "Jubiläumsbox machen für 1200 Coins und Sachen reinpacken, die 1300 Coins kosten. Wow. Cool!" Mich erinnert das Verhalten ein wenig an eine Figur der Weltpolitik, die dieses Jahr ihr Amt angetreten hat. Nur irgendwie harmloser und sympathischer - egal, welchen Mist sie machen, es bleibt ja nur ein Spiel.

Die Sache mit den Raid Kosten ist tatsächlich genial gelöst: ein gratis Raid, der verfällt, falls man ihn nicht nutzt. Einzigartige Pokemon, die ein Anfänger nur über Raids bekommen kann (Despotar) oder gar jeder (Legendäre). Tolle Belohnungsitems. Zeitliche Begrenzung und sozialer Druck ("wir gehen gleich noch zum Arktos an der Hauptwache, Du kommst doch sicher mit?") dürfte die Kassen überquellen lassen bei Niantic.

Zum Glück habe ich nie damit gedroht aufzuhören, kann also bzgl. dieses Punktes nicht gemeint sein. Pokemon Go ist ein Layer über meinem Leben und nicht umgekehrt. Ich wüsste nicht, ob es ein Spiel gibt, das ich stattdessen unterwegs spielen könnte.
Ich glaube weiterhin, dass das Gesamtkonzept bei Niantic nicht durchdacht ist und sie eher auf das schnelle Geld aus sind. Mit dem Pokemon Cap bei Level 39 (erreichbar mit 12 Mio. EP) fehlt jeglicher Nutzen, höher zu steigen. Mit dem immer trivialer werdenden Arenensystem, wo man praktisch keine Verteidiger heranzüchten muss, Angreifer hat man eh genug, kommt es dann auf die Raids an. Ist die Gruppe groß genug, kann man auch dort mit allem Sinnvollen angreifen und gewinnt auf jeden Fall. Das macht jetzt in der Anfangsphase noch Spaß, vielleicht bis zum 10. Legendären, aber irgendwann werden auch die Anfänger darüber nachdenken: "wozu das Ganze?" - und da fehlt eine Perspektive, wo sich hoher Trainerlevel, spezielle Movesets (TM Nutzung), IV und mit teurem Sternenstaub hochgepushte Monster lohnen. Jetzt kommt die Idee mit dem PVP ins Spiel - aber nicht von mir. Erstens: glaube ich nicht dran und zweitens wird Niantic bestimmt etwas machen, womit Lowleveler relativ begünstigt werden.

Aber es muss irgendwas (Anderes) geben, wo ein Sinn hinter der Kette entsteht: ich sammle EP, steige im
Trainerlevel, pushe meine besten Pokemon und kann damit ... endlich ... (ich habe keine Antwort, früher wäre es gewesen: mit meinem max gepushten Monster ziemlich weit oben stehen in der Arena). Langfristig ist weder diese Perspektive durchdacht noch die Frage, wie in einem Jahr noch Einsteiger mitgenommen werden können. Sollte es dann nochmal Arktos-Raids geben? Wird Arktos dann in Eiern verschenkt? Vieles ist bei einem
solchen Adventure "Pokemon Go Entwicklung" auch objektiv schwierig. Die Events müssen z.B. immer großzügiger werden. Die Spielerwelt ist unglaublich heterogen, was Interessen und Vorlieben, Zeit- und Geldeinsatz und örtliche Begebenheiten anbelangt. Niantic kann es nicht allen vollkommen recht machen, aber wie gesagt, ich zweifle am Willen zur Kompetenz bei Niantic (was sicher damit zusammenhängt, dass die Firma ziemlich klein ist und sie keine guten selbst spielenden Berater haben, wenn ich das richtig einschätze). Aber das ist meine subjektive Meinung - wo ich mich sehr gerne vom Gegenteil überzeugen lassen würde.
 
PhiChi497

PhiChi497

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Sehr schöne Analyse.

Ein vielleicht ergänzender Kommentar bzgl Sucht:

Da Sucht idR (und meistens zu recht) negativ besetzt ist, wegen Reduktion der eigentlichen täglichen Aufgaben, Vernachlässigung der Famile etc. , kann man aber im Fall von PoGo Sucht auch einen positiven Effekt hinzufügen, und zwar der des „Sport“ treiben, der in anderen Spielen nicht wirklich existierte. Bestes Beispiel war die Online-Poker Sucht von zig Millionen Menschen in den 2006-2012er Jahren (mit teilweise massiven Auswirkungen auf junge Leute bzgl. Studium/Beruf, Familie im allgemeinen etc.).

Es existieren aber mittlerweile einige wissenschaftliche Artikel (einfach mal in pubmed.com suchen) die einen positiven Effekt von PoGo auf die Gesundheit hervorheben, ausgelöst durch zusätzliche PoGo Bewegung. Offensichtlich beziehen sich all diese Artikel auf die Anfangsphase von PoGo, also Juli bis max. Dezember 2016, und geben damit keine mid /long-run Effekte wieder.

Trotzdem bzgl Gesundheit würde ich die PoGo Sucht eher mit der Sucht von Joggern vergleichen, da diese auch, zumindest wenn sie anfangen mit konstantem Training, teilweise vergleichbare negative Auswirkungen auf ihre Mitmenschen haben kann, der Tagesablauf muss neu geregelt werden etc. (es gab letztens eine schöne Reportage darüber beim ARD/ZDF) aber eben auch positive gesundheitliche Effekte erzeugen.

Trotzdem ist eins ganz klar, wie oben geschrieben, Niantic ist sich seiner Stellung absolut bewusst und wird die Kuh solange melken, solange sie damit quasi ohne grossen Aufwand massiv Geld drucken können. Das aktuelle „bezahlen“ für Legendäre ist ja das beste Beispiel.
 
Shinymagnayen

Shinymagnayen

Arenaleiter
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PhiChi497 schrieb:
Da Sucht idR (und meistens zu recht) negativ besetzt ist, wegen Reduktion der eigentlichen täglichen Aufgaben, Vernachlässigung der Famile etc. , kann man aber im Fall von PoGo Sucht auch einen positiven Effekt hinzufügen, und zwar der des „Sport“ treiben, der in anderen Spielen nicht wirklich existierte. Bestes Beispiel war die Online-Poker Sucht von zig Millionen Menschen in den 2006-2012er Jahren (mit teilweise massiven Auswirkungen auf junge Leute bzgl. Studium/Beruf, Familie im allgemeinen etc.).

Trotzdem bzgl Gesundheit würde ich die PoGo Sucht eher mit der Sucht von Joggern vergleichen, da diese auch, zumindest wenn sie anfangen mit konstantem Training, teilweise vergleichbare negative Auswirkungen auf ihre Mitmenschen haben kann, der Tagesablauf muss neu geregelt werden etc. (es gab letztens eine schöne Reportage darüber beim ARD/ZDF) aber eben auch positive gesundheitliche Effekte erzeugen.
Was mich aber stört ist das einem Pokemon Go immer weniger Freiheiten lässt wie man spielt.

Als es letzten Sommer losging konnte man noch spielen wie man wollte. Gut, man war schon darauf angewiesen an Orten mit halbwegs akzeptabler Pokestop- und Arenendichte zu spielen, aber das wars dann im Grunde. So konnte man problemlos mal einen Tag mehrere Stunden spielen weil man andere nette Trainer an den Lockmodulen getroffen hat, und sich dann ein paar Tage auf seinen Lorbeeren ausruhen ohne den Anschluss zu verlieren.

Dann kam der Tages- und Serienbonus, der einem schonmal genzwungen hat jeden Tag oder wenn man um Mitternacht rum spielt zumindest jeden zweiten Tag zu spielen.

Und nun die Raid-Kämpfe. Ansich finde ich die ja ja schön, da es schon Spass macht mal mit anderen Trainern was gemeinsam zu machen und man sich auch anderweitig dort austauschen kann. Aber das man jetzt zwangsläufig auch tagsüber spielen muss, und oft in Stadtteile muss, die sonst garnicht auf dem Weg wären, ist schon irgendwie nervig.

Für Normale Pokemons würde ich das nicht machen, sondern mir einfach ein einfaches Level 1/2 Raid suchen das auf dem Weg liegt. Aber das jetzt die Legendären exklusiv über Raids und nur so kurz befristet zu bekommen sind, ist schon ein ziehmlicher Zwang. Das finde ich ehrlich gesagt nicht mehr schön.
 

Ivywii

Arenaleiter
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Ich gebe dir von der Grundgedanken her Recht @Toppler und @Poktester hat es ziemlich gut getroffen!
Ansonsten zu den Fragen von Toppler:
RTL 2 habe ich nicht lieb gewonnen, Pokemon schon. RTL2 hat sein Programm schon seit Jahren so konzipiert, dass es eher bildungsferne Schichten anspricht, Pogo hat sein Konzept erst vor kurzem verändert. Da passt der Vergleich nicht ganz. Davon ab, die Unterhaltung generell muss für mich nicht (immer) hochtragend und niveauvoll sein... Aber ein Spiel muss einen Sinn haben, ein Ziel.. oder mehrere Ziele, die man erreichen möchte. Ich würde nicht sagen, dass Pogo früher niveauvoller war, es hatte aber das Ziel, starke Pokemon zu fangen und zu pushen.
Warum man jetzt nicht aufhört... Ja man hat das Spiel in den Alltag eingebaut und lieb gewonnen. Ob das jetzt schon Sucht ist bei einigen, kann ich nicht beurteilen, aber ein Gewöhnungseffekt ist sicherlich gegeben. Man darf auch nicht den Effekt des Forums vergessen. Wenn man nicht hier immer Leute hätte, mit denen man sich austauschen könnte, hätten einige sicherlich auch schon aufgehört,sofern im Alltag keiner ihrer Freunde und Bekannten mehr spielt. Im Forum gibt es ja noch einen "Wettbewerb", wenn ich bei einem Event sehe, dass jmd ep ohne Ende macht, reizt es mich vll eher, auch nochmal ne Runde rauszugehen. Niantic kann froh sein, dass es Foren wie dieses gibt.
Ich schaue mal, ich werde mein Spielverhalten erstmal wieder einschränken.
 

Toppler

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Vielen Dank für die drei vorherigen Antworten, die meinen Beitrag allesamt um neue Aspekte ergänzen und bereichern.
@poktester: Dich meinte ich in der Tat keineswegs mit "viel wehklagen, aber dennoch weiterspielen". Ich schätze im Gegenteil deine analytischen und tiefschürfenden Beiträge sehr - insbesondere auch deshalb, weil du aus meiner Sicht sehr gut sowohl willens als auch fähig bist, trotz eigener Betroffenheit mittels Perspektivwechsel die Standpunkte anderer Menschen nachzuvollziehen.
@PhiChi497: Du hast sicherlich Recht - zum einen ist es eine vergleichsweise harmlose Sucht - zum anderen animiert es zu Bewegung und hat damit auch positive Aspekte.
@ Martyn: Sehr schön beschrieben. Ich kann eigentlich auch - denke ich zumindest - recht gut loslassen, aber auch ich kann mich gegen die von dir aufgeführten Beispiele der "Erziehung zu zwanghaftem Verhalten durch Niantic" nicht entziehen. Und die nur temporäre Einführung von den legendären Pokemon ist dabei in der Tat der vorläufige Höhepunkt.
 

RAMponiert

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Was das konsequente aufhören angeht, hast Du völlig Recht. Viel wird gedroht, wenig getan.
Zum Thema:

1. Ich selbst habe ein sehr dickes Fell, was Ärger angeht ... ich ertrage ziemlich viel und lange, auch wenn viele Änderungen kommen, die Missfallen. Aber es kommt der Tag, da ist der Sack zu ... und dann fasse ich das Game auch nicht mehr an. Hab das alles schon mit nem Online-Game durch. Das wurde immer blöder, vollkommen absurd programmiert um neue Spieler anzulocken und ins Spiel zu binden. Fazit war: ich selbst habe nach 4 Jahren und gut 2.500 € Investition von heute auf morgen aufgehört (ein Konkurrenzspiel lockte und der Ärger übers Alte war groß genug). Ich war damals in meinem Levelbereich der beste Spieler ... unangefochten.

Der Ärger muss also nur groß genug sein und eine interessantes anderes Produkt erscheinen ... schon flüchten die Spieler in Massen.
Mein vorheriges Spiel ist inzwischen von ehemals über 1. Mio Onlinespieler in Europa auf vielleicht noch 50.000 aktive Spieler geschrumpft. Wenn überhaupt noch ... dort noch lebende Charaktere zu finden ist schon eine Kunst.

2. In Zweiten von jeder Menge Online-Kultur und Online-Medien sollte man sich schon sehr genau überlegen, wieviel Shitstorm man brauchen kann, wenn man neue Spieler generieren will.

3. Die Anzahl neuer Spieler in WhatsApp-Gruppen und deren Level hat ja nur sehr begrenzte Aussagekraft auf die aktuellen Spielerzuwachsraten. Mein WhatsAppkreis hat sich in den letzten Wochen ver-10-facht ... und? Niantic hat das Raidsystem so gestaltet, dass man sich so organisieren muss. Da ist bei uns kein Name bei, der nicht schon letztes Jahr gespielt hätte. Bei der Arbeitskollegengruppe sind mehrere Damen bei, die seit Spielstart spielen und im Bereich L20-28 abhängen. Also auch keine neuen Player. Diese Messgrößen sind also begrenzt in Ihrer Aussagekraft.

Noch bin ich hier nicht raus, auch wenn die neue Änderung an den Arenamons für mich vollkommen idiotisch ist. Ich brauche aktuell weder große Mons um in Arene zu stehen noch brauche ich sie um Arenen zu bekämpfen. Also einzig die Raid-Geschichte lockt noch. Wie lange ...werden wir sehen.

Für die Bewegung brauche ich PoGo nicht. Geocaching macht genausoviel Spaß ... und ist inzwischen anspruchsvoller als PoGo ... da gibts schließlich keinen Noobschutz ;)
 
Yin

Yin

Arenaleiter
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Die "Sucht", wenn man es so nennen mag, besteht bei mir vor allem im Komplettieren.
Wenn ich auch nur eines der legendären Pokemon verpassen würde, würde sich mir schlagartig die Sinn-Frage aufdrängen, wozu ich noch weitermachen soll.
Ob das wirklich von Niantic gewollt ist? Ich bin da ja sicher auch kein Einzelfall.
Die Regionalen sind schon schwer zu ertragen, aber da weiß man, dass es zumindest threoretisch zu jeder Zeit, unabhängig von anderen, möglich wäre.

Ich freu mich jetzt schon auf Montagabend, wenn dann der Aufschrei jener Spieler kommt, die kein Arktos bekommen haben.
 

Cottaer2

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Sehr gute Postings, insbesondere die beiden ersten. Genauso etwas ähnliches schrieb ich erst vor kurzem an anderer Stelle, nach dem Motto, Niantic ist perfekt, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, aber ziemlich schlampig bei der technischen Umsetzung.

Dazu möchte ich noch anmerken: Ich habe tatsächlich im Herbst, als die WP-Anpassung kam, schon mal für vier Wochen, ungeachtet des damaligen Doppel-Events, aufgehört zu spielen.

Der momentane Zuwachs an Lowlevelern dürfte nur kurzfristig sein. Nur weil die Arenen schneller erobert werden (dafür aber genauso schnell wieder weg sind), wird niemand dauerhaft dabei bleiben. Und für die High-Leveler, die Suchtis, gibt es fast keine Aufgaben und Ziele mehr (mein Ziel ist momentan, lustige Namen für meine Pokemon zu erfinden wie Minidickie für mein Level 1-Heitera).

Die Kasse wird zur Zeit sicherlich klingeln bei Niantic. Selbst ich, bis jetzt noch komplett ohne Echtgeldeinsatz, habe mir am Freitag eine 25-Euro-Google-Play-Karte gekauft (aber noch nicht eingelöst), da die Ingame-Münzen mittlerweile alle sind. Bei einer derart unglaublichen Fluchtrate der dummen Vögel ist das mittlerweile klar pay2win.

Ansonsten bin ich auch Geocacher (im Niantic-Maßstab mindestens Level 38), was ein bisschen in den Hintergrund getreten ist seit letzten Herbst, aber ich kann da problemlos auch wieder umsteigen und habe immer noch meine Bewegung.

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Doktoratom

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Ich würd mit dem Suchtbegriff etwas vorsichtig sein.

Sicher gibt es Einige hier, die für PoGo ihr wahres Leben vernachlässigen. Andere haben dagegen auf Grund ihrer psychischen Veranlagung einfach nur Spass an Wettbewerb und Bewegung und hätten Alternativen.

Ich zum Beispiel habe von 2004 bis etwa 2012 exzessiv gecached und hatte es dann an den Nagel gehängt, weil ich irgendwann alles irgendwie schon mal gesehen und gemacht hatte. Hat nicht wehgetan. Allerdings überlege ich jetzt allen Ernstes, ob ich dieses Hobby wieder aufleben lassen soll. Weil ich beim Pogen eine Menge neuer Geocacher kennengelernt habe.

Und dann gibts ja noch den Köln-HalbMarathon. Da würd ich echt gerne mal wieder mitlaufen. Wäre ungefähr mein zehnter (nicht in Köln, aber HMs insgesamt).

Das Problem ist eher: Wer bei den vielen PoGo-Events nicht mitmacht, fällt zurück, wenn alle anderen weitermachen. Das ist eigentlich ein sportlicher Gedanke. Zur Sucht gehören Entzugssymptome. Die stelle ich mir hier nich so gravierend vor. Man richtet seinen Ehrgeiz auf was anderes und gut.

Jetzt aber erstmal Lavados und Zapdos in den Dex ;-)
 

ThunderHawk73

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Zapdos? Du musst gut sein. :p
 
Yin

Yin

Arenaleiter
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Doktoratom schrieb:
Und dann gibts ja noch den Köln-HalbMarathon. Da würd ich echt gerne mal wieder mitlaufen. Wäre ungefähr mein zehnter (nicht in Köln, aber HMs insgesamt).
Ich bin selbst auch aktiver (Marathon)Läufer. Bisher konnte man das auch prima Verbinden, da ich während des Laufens gut nebenbei PoGo laufen lassen konnte. Die Raids sind leider ein echter Freizeit-Fresser. Da sitzt man schon mal ne Stunde an 'ner Arena und wartet bis alle eingetrudelt sind. In der Zeit hätte ich sonst können 'nen schönen 10k Lauf machen. Auch aufgrund dessen werde ich den Legi-Raids nur sehr bedingt nachtrauern. Hoffe danach ist erstmal Pause damit.
 

Cottaer2

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Das Problem, was ich mit Niantic habe, ist, dass Niantic immer extrem übersteuert.

Beispiel WP-Änderung: Wir machen einige Monster völlig kaputt, aber im Endeffekt nichts besser.
Beispiel Movesänderung: Wir machen alles dermaßen kaputt, dass es ganz schnell wieder zurückgeändert werden muss.
Beispiel Ein-Jahr-Pokemon: Wir machen zuerst eine derart lächerliche Geschenkbox und danach gibts alles für die Hälfte bzw. doppelt und einigermaßen anständige Geschenkboxen als Reaktion auf diverse Desaster aufgrund von Unfähigkeit.
Beispiel Arenen: Zuerst Betonarenen, danach sinnlos leicht, dafür so unausgegoren, dass es gleich mehrfach hintereinander geändert werden muss.

Gerade für die Arenen hätte man sich sehr gut einen Kompromiss, der es für Neulinge erleichtert, aber Vielspieler nicht dermaßen vor den Kopf stößt, vorstellen können. Also zum Beispiel 6 Plätze plus 2, die man durch trainieren bekommt, dafür nur noch zwei Durchgänge statt drei, bei Taubsi-Schrott (kann man an den WP festmachen) in der Arena auch nur einen Durchgang, mit viel Aufwand gezüchtete Monster nicht völlig entwerten und als Fix nun gar alle Monster entwerten...
 

silver_surfer

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Also wenn es Arktos nur in der Woche zu bekommen gibt wäre das nicht sehr schlau von niantic.

Ich mach mir da jetzt keinen Stress, man hat bei allen Pokémon die Möglichkeit sie auch alternativ zu bekommen.
Also wenn Lavados und zapdos mit dem tagesraid nicht klappen ..... so what
 

David Rice

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man darf auch nicht vergessen niantic hat eine monopolstellung: das einzige lizenzierte pokemonspiel außerhalb von nintendo in verbindung mit ar ist einzigartig. somit kann niantic ziemlich viel müll verzapfen ohne sorge zu haben dass spieler abspringen und zu einem konlurrenzprodukt wechseln. es gibt nämlich gar keins.
 
shamino

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Denke auch, dass das mit den WhatsApp-Gruppen nicht alles neue Spieler sind, sondern einfach nur Spieler, die bisher alleine zurecht gekommen sind, nun mit dem Raids allerdings irgendwie organisieren müssen/wollen, um überhaupt L3 - 5-Raids erfolgreich bestreiten zu können.
 
tigger

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Rot
Ich sehe hier, dass kaum mehr Leute Lust haben auf einen Raid.

War grad in einem großen Park. Ein Arktos-Raid.
Keiner gekommen. Ich stand da echt alleine.

Gestern mit Mühe in der Innenstadt 10 Leute für einen Raid zusammen bekommen.
Das Mistvieh ist natürlich geflüchtet.

In unserer WA-Gruppe: Arktos Meldung.
EINE Rückmeldung.

So langsam hab ich auch keinen Bock mehr.
Zu viel Einsatz für so nen blöden Vogel.
Dann halt nicht.

Was bitte soll man denn sonst noch machen, außer in der Innenstadt ewig an den Raids zu stehen?

Und Niantic kann Gift drauf nehmen, dass ich SOWAS nicht dauerhaft mitmache.
So viel Geld hab ich nicht reingesteckt, dass das Aufhören wehtun würde.
 
SamsungGO

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Arenaleiter
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Selbes Spiel auch hier, den täglichen Pass für ein Arktos Raid in der Innenstadt um 10.30Uhr verwendet.
1,5 Stunden gewartet und nur 5 Spieler anwesend wollte schon gehen und in den letzten 3 Minuten sind wir gerade noch 9 Spieler geworden.
Aber nur Spieler Level 18 - 28 ein 33 und ich 39 ist am Schluss auch noch knapp geworden, sind die letzten 30 sec. nur zu zweit in der Arena gewesen und haben es gerade noch mit 15 sec. Rest zeit geschafft.
Als Trost danach den Vogel gefangen.
 
shamino

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Wir waren gestern unterwegs und mussten die Gruppen meistens teilen. Waren immer genug Spieler da. Meistens so um die 30. Würde mal sagen, dass bisher keiner da war, ist der Tatsache geschuldet, dass es Sonntag ist und die Leute nicht so früh aus dem Haus gehen.

Wir verlassen auch jetzt erst das Haus. Wobei ich heute nicht zu Raids gehen werde. Wenn einer vorbeikommt, dann werde ich den machen, aber sonst nicht. Hatte gestern 7 L5 und einen L4 Raid.
 
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